Das Durchschnittsalter auf Virtual Popstar steigt und steigt. Damit ist es unweigerlich das immer mehr von uns ihren Schulabschluss erreichen und sich umsehen müssen, was sie denn nach der Schule machen und werden wollen. Hierbei sind vielfältige Möglichkeiten vorhanden. Ein Jahr im Ausland, ein FSJ, eine Ausbildung oder ein Studium.
In der Reihe"Meine Zukunft als..." werdet ihr nun ein wenig mehr über die Zukunft und die Pläne einiger anderer VP User kennen lernen. Vor einigen Wochen habe ich Masilein aka Carmen besucht, welche mich auf die Idee einer solchen Interviewreihe brachte, ebenso hat sie sich als erster Interviewpartner zur Verfügung gestellt.
Hallo Carmen, fangen wir mal mit den grundlegenden Dingen an, was studierst du und wieso hast du dich gerade für diesen Studiengang entschieden?
Ich studiere Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HAW in Hamburg. Obwohl man mit dem Abschluss eindeutig sehr viel mehr machen kann, als nur Bibliothekar zu werden, ist genau das mein Ziel. Dass ich das später mal machen will, weiß ich seit ich 12 bin. Ich hatte es anfangs auf der weiterführenden Schule nicht so ganz einfach, weil ich mich nicht wirklich einleben konnte und hab meine ganzen Mittagspausen in der Schulbibliothek verbracht. Da freundet man sich recht schnell mit dem Personal an. Der Bibliothekar hat mir dann angefangen von seinem Studium und den Möglichkeiten des Berufs zu erzählen und als wir das Jahr darauf einen Berufswahltag hatten und ich fast 2 Stunden mit dem damaligen Vorsitzenden der Bibliothekarsvereinigung in Luxemburg gesprochen habe, war ich komplett überzeugt. Seitdem war das alles eine Frage des Glücks und der richtigen Kontakte.
Das ist ja ein seltener Fall, das man bereits so früh schon weiß, was man am Ende mal werden will, aber umso schöner für dich! Aber wieso bist du dafür extra nach Deutschland gezogen?
Luxemburg ist leider ein sehr kleines Land, was heißt, dass viele Kurse bei uns an der Universität gar nicht erst angeboten werden. Dafür haben wir aber enge und gute Verhältnisse mit ausländischen Universitäten und Hochschulen und viele von uns gehen ins direkte Ausland. Ich hatte anfangs die Wahl, ob ich nach Deutschland oder Belgien wollte - beides die Länder, die am Bekanntesten für Studenten aus Luxemburg sind. Belgien fiel aber weg, weil ich keine großen Ambitionen hatte, mich noch intensiver in mein Französisch zu knien. Ich bin nicht schlecht, aber auch weit entfernt von einem annähernd ähnlichen Niveau wie im Deutschen. Am Ende hatte ich die Wahl zwischen Köln und Hamburg - und sind wir mal ehrlich, wer hätte da nicht Hamburg gewählt?
Das kann ich absolut nachvollziehen! Wie lange dauert dein Studium denn insgesamt und wie lange brauchst du noch dafür?
Mein Studium dauert in der Regel 6 Semester, also 3 Jahre, mit einem Praxissemester. Da ich Depp mir aber zwischen dem ersten und zweiten Semester die Bandscheibe rausgehauen habe, dann zwischen dem zweiten und dritten operiert werden musste und aufgrund anderer gesundheitlicher Probleme mein Praktikum nicht fortsetzen konnte, muss ich leider 2 Semester dran hängen. Lästig, aber leider nicht zu ändern.
An dieser Stelle erst einmal gute Besserung an dich! Das bringt mich aber nun zu der Frage wie du dir dein Studium und auch dein Leben finanzierst?
Mein Studium wird zum Teil - und hier will ich nicht zu privilegiert klingen - von meinen Eltern finanziert. Sie zahlen die Einschreibgebühren und kommen für meine Miete auf. Alles andere übernehme ich mithilfe eines Stipendiums, das bei uns jeder Student bekommen kann. Ähnlich wie Bafög, nur dass ich nichts zurückzahlen muss. Zwar habe ich meinen Eltern schon mehrmals angeboten, selbst für die Einschreibegebühren oder Miete aufzukommen - da ich mir ja zeitlich gesehen einen Nebenjob holen könnte und genug Geld auf dem Konto habe. Aber sie wollen mich so lange wie es ihnen finanziell möglich ist unterstützen. Immerhin greifen sie auch meinen Brüdern finanziell unter die Arme, die beide fest arbeiten und noch zu Hause wohnen.
Das freut mich für dich! Es ist immer einfacher und entspannter wenn die Eltern einem helfen können. Wie ist denn deine aktuelle Wohnsituation?
Ich wohne in einer 20m² Studentenwohnung. Das ganze ist ein Gebäude von einer Stiftung, die quer durch Deutschland Studentenwohnungen vermietet. Das heißt ich hab ein Zimmer mit kleiner Kitchenette (klein ist hier wirklich noch übertrieben - oder heißt das in dem Fall untertrieben?) und einem winzig kleinen Bad. Aber offen gestanden mag ich es. Ich finde es richtig erfrischend meinen eigenen Raum zu haben, für den ich alleine sorge und in dem mir keiner reinredet. Witzigerweise bin ich sogar bedeutend ordentlicher und mache öfters sauber, als zu Hause, wo Mama spätestens nach zwei Wochen mit dem Staubwedel bereit steht. Das Einzige, was ich wirklich gerne für später mal haben möchte, ist ein Ofen. Es ist grausam ohne auskommen zu müssen.
Oh ja, ich glaube ohne Ofen währe ich gar nicht überlebensfähig... Aber zurück zum Thema, was möchtest du machen, wenn du dein Studium abgeschlossen hast? Weitere Fortbildungen oder direkt ins Arbeitsleben starten?
Voraussichtlich werde ich mich Mitte nächsten Semesters - mein letztes - an die Jobsuche setzen. Ich habe vor so schnell wie möglich arbeiten zu können, einfach um nicht in einer ewigen Schleife von Ausbildung, Studium, Schule und so hängen zu bleiben. Irgendwann muss ich arbeiten und je länger es dauert, desto ärger könnte das späterhin werden. Nennt mich spießig, aber ich will wirklich so schnell wie möglich in die Rentenkasse einzahlen können mit einem Vollzeitjob. Mit meiner gesundheitlichen Vorgeschichte weiß ich nämlich nicht, ob ich weitere Verlängerungen des Rentenalters rein körperlich schaffen werde.
An dieser Stelle erst einmal gute Besserung an dich! Das bringt mich aber nun zu der Frage wie du dir dein Studium und auch dein Leben finanzierst?
Mein Studium wird zum Teil - und hier will ich nicht zu privilegiert klingen - von meinen Eltern finanziert. Sie zahlen die Einschreibgebühren und kommen für meine Miete auf. Alles andere übernehme ich mithilfe eines Stipendiums, das bei uns jeder Student bekommen kann. Ähnlich wie Bafög, nur dass ich nichts zurückzahlen muss. Zwar habe ich meinen Eltern schon mehrmals angeboten, selbst für die Einschreibegebühren oder Miete aufzukommen - da ich mir ja zeitlich gesehen einen Nebenjob holen könnte und genug Geld auf dem Konto habe. Aber sie wollen mich so lange wie es ihnen finanziell möglich ist unterstützen. Immerhin greifen sie auch meinen Brüdern finanziell unter die Arme, die beide fest arbeiten und noch zu Hause wohnen.
Das freut mich für dich! Es ist immer einfacher und entspannter wenn die Eltern einem helfen können. Wie ist denn deine aktuelle Wohnsituation?
Ich wohne in einer 20m² Studentenwohnung. Das ganze ist ein Gebäude von einer Stiftung, die quer durch Deutschland Studentenwohnungen vermietet. Das heißt ich hab ein Zimmer mit kleiner Kitchenette (klein ist hier wirklich noch übertrieben - oder heißt das in dem Fall untertrieben?) und einem winzig kleinen Bad. Aber offen gestanden mag ich es. Ich finde es richtig erfrischend meinen eigenen Raum zu haben, für den ich alleine sorge und in dem mir keiner reinredet. Witzigerweise bin ich sogar bedeutend ordentlicher und mache öfters sauber, als zu Hause, wo Mama spätestens nach zwei Wochen mit dem Staubwedel bereit steht. Das Einzige, was ich wirklich gerne für später mal haben möchte, ist ein Ofen. Es ist grausam ohne auskommen zu müssen.
Oh ja, ich glaube ohne Ofen währe ich gar nicht überlebensfähig... Aber zurück zum Thema, was möchtest du machen, wenn du dein Studium abgeschlossen hast? Weitere Fortbildungen oder direkt ins Arbeitsleben starten?
Voraussichtlich werde ich mich Mitte nächsten Semesters - mein letztes - an die Jobsuche setzen. Ich habe vor so schnell wie möglich arbeiten zu können, einfach um nicht in einer ewigen Schleife von Ausbildung, Studium, Schule und so hängen zu bleiben. Irgendwann muss ich arbeiten und je länger es dauert, desto ärger könnte das späterhin werden. Nennt mich spießig, aber ich will wirklich so schnell wie möglich in die Rentenkasse einzahlen können mit einem Vollzeitjob. Mit meiner gesundheitlichen Vorgeschichte weiß ich nämlich nicht, ob ich weitere Verlängerungen des Rentenalters rein körperlich schaffen werde.
Das ist absolut verständlich. Aber wie sehen die Berufsaussichten in deinem Beruf aus eigentlich aus? Machst du dir Sorgen das die Bücher werden nach und nach aussterben könnten oder du deine Berufswahl einmal bereuen könntest?
Oh Gott, ich kann grad nicht glauben, dass du die Frage gebracht hast! Doch, eines Tages macht es Puff und alles je auf Papier verfasste Wort wird sich in Luft auflösen und Bücher werden zu Staub zerfallen. Jetzt mal im Ernst, jeder der diese Frage stellt (und ich krieg die Frage fast jedes Mal gestellt) sollte erst mal überlegen, bevor er den Mund aufmacht. Natürlich werden traditionelle Medien nicht einfach so aussterben. Klar, sie werden weniger und das Buchwesen ist im Wandel. Aber wisst ihr was? Das Bibliothekswesen auch! Vor allem aus dem skandinavischen Raum kommt aktuell (und mit aktuell meine ich seit 20 Jahren - also quasi so lange wie man schon von der Digitalisierung spricht und die wird ja auch dauernd als aktuelles Thema verkauft) immer mehr der Gedanke von der Bibliothek als dritter Ort hervor.
Kannst du näher ausführen was mit der Bibliothek als dritter Ort gemeint ist?
Hierbei redet man davon, dass öffentliche Bibliotheken nicht mehr nur ein Ort sind, an dem man Bücher und Wissen einsperrt, sondern Menschen einen Ort zum sozialen und interkulturellen Austausch bietet. Viele neue Bibliotheken haben mittlerweile Cafés innen drin. Arbeitsräume und -flächen werden wichtiger, es wird viel mehr als nur den Service der Ausleihe angeboten, sondern man geht Partnerschaften mit Lehrorganisationen ein oder hält Workshops ab. Lesungen, Basare, all das was eigentlich toll ist und Spaß bringt findet Einzug in die Bibliothek. Die Bibliothekare, die nur Bücher als wahren Informationsträger ansehen sind am Aussterben - oder, naja, gehen halt in Rente. Und das ist der Knackpunkt: In den nächsten Jahren wird es zu noch mehr Neubesetzungen im Bibliothekswesen kommen, durch den Demographiewandel.
Wie genau sieht es denn mit den Arbeitsplätzen aus, wie du bereits angedeutet hast scheint es ja doch mehr davon zu geben, als man denkt?
Die Situation ist so schlimm, dass viele Stellen bis zu viermal ausgeschrieben werden müssen, bis sich jemand drauf meldet. Es werden für gerade erst fertig gewordene Absolventen sogar Leitpositionen eröffnet, weil sonst kein Personal dafür da ist. Die Chancen stehen aktuell wirklich sehr gut. Und vor allem hat man dadurch auch mehr die Möglichkeit, die notwendige Veränderung selber maßgebend mit anzutreiben.
Das sind dann ja doch überraschend gute Zukunftsaussichten. Du wohnst jetzt schon ungefähr 3 Jahre alleine, was vermisst du am meisten an deiner Heimat?
Eindeutig meinen Hund. Zu meinen Eltern und meinen Brüdern habe ich immer noch Kontakt online und wenn ich so an die Gesellschaft in Luxemburg denke ... da sind mir die Norddeutschen dann doch um einiges sympathischer. Außerdem genieße ich es richtig, in einer Großstadt zu sein, in der es niemanden juckt was ich tue oder wie es mir geht, und ich einfach nur ich sein kann. Zu Hause weiß im Dorf jeder alles. Da kommen Leute auf einen zu, die du nicht mal kennst, und fragen dich sehr spezifisch nach deinem Studium und deinem letzten Krankenhausaufenthalt aus. Und nerven generell mit extremem Eindringen in deine Privatsphäre und jeder hat eine Meinung zu deinem Leben. Da kann ich ganz gut darauf verzichten.
Mir ist meine Privatsphäre auch sehr wichtig, da würde ich auch nicht wollen, dass ich an jeder Straßenecke angequatscht werde. Möchtest du denn nach deinem Studium weiter in Deutschland arbeiten oder lieber wieder zurück nach Luxemburg?
Ja, absolut. Allerdings bin ich nicht so festgefahren, dass ich mich stur an Deutschland halten will. Wenn sich hier keine Möglichkeit ergibt - und ich rede damit sowohl von Job, als auch erschwinglicher Wohnung - werde ich wieder zurück nach Luxemburg gehen. Ich hab noch mein Zimmer bei meinen Eltern und in Luxemburg wird ebenso händeringend nach Personal gesucht, wie hier. Ich weiß, dass ich so oder so irgendwo unterkommen werde und meine erste Einstellung auch nicht die gleiche sein muss, in der ich nachher in die Rente gehe. Deshalb möchte ich mir von vorne herein so viele Türen wie möglich offen halten.
Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview, ich wünsche dir noch einen schönen Tag! Ich hoffe ihr konnten vielleicht den ein oder anderen Tipp für euch und euer Leben aus diesem Interview ziehen.
Lasst uns beiden gerne einen Kommentar da, wie euch das Interview gefallen hat, welche weiteren Fragen euch nun noch auf der Seele brennen und welche weiteren Themen euch interessieren würden!
